Zehnkampf war das Label mit dem stärksten konzeptuellen Anspruch im Netzwerk. Die Diskografie-Seite im Archiv listet die Veröffentlichungen nicht mit Katalognummern, sondern mit Schlagworten auf: Diskkko, Unstruktur, Blutmusik, T-Shirt, Hurra Elektronik, Acid Rock, Popstar, Hörfunk.
| Umfeld | Frankfurt am Main |
|---|---|
| Schwesterlabel | Defect Records |
| Website-Bereiche | Diskografie, Künstler, Defect Records |
| Weitere Veröffentlichungen des Betreibers | Force Inc. und Playhouse |
| Im MAD NET | /zehnkampf/ |
Titel statt Katalognummern
Die Diskografie von Zehnkampf liest sich wie ein Inhaltsverzeichnis: „Diskkko", „Unstruktur", „Blutmusik", „T-Shirt", „Hurra Elektronik", „Acid Rock", „Popstar", „Hörfunk". Das ist kein Zufall, sondern Teil der Idee. Der Name des Labels selbst folgt derselben Logik: zehn Disziplinen, zehn Anläufe, jeder mit einer anderen Regel.
Daneben lief Defect Records als reines Single-Label. Beide waren im MAD NET über dieselbe Sektion erreichbar, mit einer Navigation, die zwischen Diskografie, Künstlerseite und Defect umschaltete.
Personelle Verbindungen
Der Betreiber von Zehnkampf war zugleich als Produzent aktiv und veröffentlichte unter anderem auf Force Inc. und auf Playhouse. Zusammen mit dem Kopf hinter Hal 9000 erschien 1998 die „Millimen EP" auf Lo-Fi Stereo. Diese Doppelrolle als Labelbetreiber und als Künstler auf befreundeten Labels war im MAD NET eher die Regel als die Ausnahme.
Warum solche Labels selten dokumentiert sind
Zehnkampf hat nie eine große Auflage gehabt und ist nach dem Ende der Website weitgehend aus dem Netz verschwunden. Was übrig bleibt, sind Sammlereinträge und genau diese Archivseiten. Für die Einordnung des Frankfurter Untergrunds der späten Neunziger sind sie trotzdem wichtig: Sie zeigen, dass neben den bekannten Namen eine ganze Reihe kleiner, konzeptuell arbeitender Labels existierte.
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