mad-net.de ist eine der älteren deutschen Musikadressen im Netz. Diese Seite fasst zusammen, was zwischen 1998 und heute unter dieser Domain lag, und warum die alten Adressen bis heute verlinkt werden.
1998 bis 2002: das Netzwerk
Der Name ist eine Abkürzung: MAD NET steht für Musik-aus-Deutschland-Netzwerk. Die eigene Infoseite von 1999 beschreibt das Projekt so:
Dazu kam ein ausdrücklicher Vorbehalt gegenüber der Musikindustrie: Die Sponsorenlinks dienten laut derselben Seite nicht dem Erzielen von Profit, sondern der Deckung der laufenden Kosten. Die unterstützenden Firmen kamen überwiegend von Musikinstrumentenherstellern. Am Fuß der Seite stand der Hinweis, dass die Seiten mit Netscape 3.0 oder höher laufen sollten.
Wer dazugehörte
Die Übersicht der Audio-Abteilung von 1999 nennt die Mitglieder des Netzwerks namentlich: Lo-Fi Stereo und Stir15 Recordings, Ware, die Ongaku-Outlets, R.A.N.D. und USM, Perlon, die Kompakt-Outlets, Zehnkampf, Hal 9000 und Raummusik. Playhouse und Klang Elektronik lagen als eigene Sektionen im Ongaku-Verzeichnis.
Die Initiative ging vom Frankfurter Stir15-Umfeld aus. Auf einer der Künstlerseiten des Netzwerks steht der Satz, dass der Betreiber von Lo-Fi Stereo der Initiator von mad-net sei. Das erklärt auch, warum die technische Struktur der Seiten so aussah, wie sie aussah: ein Wurzelverzeichnis pro Label, dazu ein gemeinsamer Datenordner mit Labelverzeichnis, Terminen, Linklisten und der Audio-Abteilung.
Mehr als Labelseiten
Neben den Labels lagen weitere Projekte unter derselben Domain. Das Mad Mag war ein Online-Magazin, das ab 1999 Plattenkritiken und Gerätetests veröffentlichte, unter anderem zu Cubase VST 4.0, dem Boss DR-202 und einem Ecler-Mischpult. Die Ausgabe war nach Monaten gegliedert und sollte mehrsprachig werden: Neben Deutsch und Englisch waren Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch vorgesehen. Erschienen sind die deutschen Beiträge.
Magnet war eine Booking-Agentur aus Offenbach mit einer eigenen Sektion für DJs, Live-Acts und kurzfristige Buchungen. Raummusik war ein Frankfurter Studio- und Labelprojekt. Dazu kam eine ASCII-Art-Abteilung, die auf mehrere Labelordner verteilt war, ein Terminkalender über CGI-Skripte und eine Sammlung von Playlists.
2002 bis 2020: Stillstand
Nach 2002 verschwanden die meisten Labelseiten. Einige Labels zogen auf eigene Domains, andere
stellten den Betrieb ein. Die Framesets blieben teilweise stehen, teilweise wurden sie durch eine
WordPress-Installation ersetzt. Was blieb, waren die Links: Foren, Plattenverzeichnisse und
Musikblogs hatten über Jahre auf /perlon/, /hal9000/,
/wordandsound/ und /ongaku/ verwiesen.
2021 bis 2024: die WordPress-Jahre
In dieser Zeit lief unter der Domain ein Blog mit Beiträgen zu Themen, die mit Musik nichts zu tun hatten, später eine Serie von Texten zur Netzwerksicherheit. Aus dieser Phase stammt auch eine fehlerhafte Weiterleitungsregel, die sämtliche alten Labeladressen auf eine Seite umleitete, die es nicht mehr gab. Das Ergebnis: Die über zwanzig Jahre gewachsenen Verweise landeten in einer Fehlerseite.
Seit 2026: Archiv
Diese Fassung führt die Domain zurück auf ihr eigentliches Thema. Jede Labelsektion von damals hat wieder eine Adresse, und die alten Pfade leiten dorthin, wo das jeweilige Label behandelt wird. Die Inhalte stammen aus den archivierten Originalseiten, ergänzt um öffentlich dokumentierte Labelgeschichte. Telefonnummern, Privatanschriften und bürgerliche Namen, die in den Archivseiten standen, werden hier bewusst nicht wiedergegeben.