Perlon war der bekannteste Name im MAD NET und ist bis heute der einzige, der durchgehend weiterproduziert hat. Die erste Website des Labels lag ab 1998 auf mad-net.de, mit der Zeile „perlon – intermediate interactive intercourse" als Kopfzeile.
| Gegründet | 1997 in Frankfurt am Main |
|---|---|
| Gründung durch | Markus Nikolai, Thomas Franzmann (Zip) und Chris Rehberger |
| Sitz heute | Berlin |
| Stilistisch | Minimal House, Microhouse, Tech House |
| Im MAD NET | eigene Sektion unter /perlon/ ab 1998 |
Wie Perlon ins MAD NET kam
Perlon entstand 1997 im Frankfurter Umfeld, also genau dort, wo auch Playhouse, Ongaku Musik und Klang Elektronik ihren Ausgangspunkt hatten. Gegründet wurde das Label von Markus Nikolai, Thomas Franzmann, der als DJ unter dem Namen Zip auftritt, und dem Grafiker Chris Rehberger, von dem auch das bis heute verwendete Erscheinungsbild stammt. Der Name geht auf einen Arbeitstitel aus dem gemeinsamen Projekt Pile zurück.
Ein Jahr später bekam Perlon eine eigene Sektion im MAD NET. Die Seite war schlicht: ein Titelbild, ein Kontaktformular, eine Handvoll Unterseiten. Der Kopf trug den Untertitel „intermediate interactive intercourse" und den Vermerk „(p) & (c) by mad-net.de 1998". Wer heute die Backlinks aus Foren, Blogs und Plattensammler-Verzeichnissen der Jahre 1999 bis 2005 verfolgt, landet fast immer auf genau diesen Adressen.
Musikalisch: die Lücke zwischen House und Techno
Perlon steht für einen Sound, der sich weder als House noch als Techno vollständig beschreiben lässt: reduzierte, oft trocken produzierte Tracks, die viel Raum lassen und selten mit einer klassischen Songstruktur arbeiten. Diese Haltung teilte das Label mit anderen MAD-NET-Mitgliedern, etwa mit Ware aus Köln oder R.A.N.D. Muzik aus Leipzig, die aus jeweils anderer Richtung an denselben Punkt kamen.
Über die Jahre erschienen auf Perlon Platten von Ricardo Villalobos, Baby Ford, Akufen, Dandy Jack und Pantytec. Villalobos ist dabei die direkteste Verbindung zurück ins MAD NET: Seine frühe Zwölfzoll „h.e.i.k.e. 98" erschien 1998 auf Lo-Fi Stereo, dem Hanauer Sublabel von Stir15 Recordings, das ebenfalls Teil des Netzwerks war.
Nur physisch
Perlon hat eine Eigenheit beibehalten, die aus der Zeit der ersten Website stammt: Die Veröffentlichungen erscheinen ausschließlich physisch, auf Vinyl und CD, und nicht als Download oder Stream. Genau deshalb sind die Katalognummern für Sammler bis heute ein eigenes Thema, und genau deshalb verlinken so viele Sammler-Seiten seit über zwanzig Jahren auf diese Domain.
Zur Einordnung: Die Perlon-Seiten auf mad-net.de sind das Archiv der ersten Labeljahre, nicht der aktuelle Auftritt des Labels. Aktuelle Veröffentlichungen laufen über die eigenen Kanäle des Labels.
Verbindungen im Netzwerk
- Playhouse und Klang Elektronik: dasselbe Frankfurter Umfeld, teils dieselben Studios und DJ-Bookings.
- Lo-Fi Stereo: frühe Villalobos-Veröffentlichung, direkte personelle Überschneidung.
- Word and Sound: der Hamburger Vertrieb, über den mehrere MAD-NET-Labels ihre Platten in den Handel brachten.
Minimal HouseMicrohouseFrankfurtBerlinVinyl